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Auf Korsika kommen fast 2000 verschiedene Pflanzenarten vor, davon sind 78 endemisch (nur auf Korsika vorkommend) und ca. 100 gehören zur Flora des Mittelmeerraums.
Dabei haben sich die Pflanzen an die jeweiligen Standortbedingungen angepasst und trotzen Trockenheit, heftigen Winden oder starker Kälte. Daher haben diese Pflanzen ein weiter verzweigtes und tiefer gehendes Wurzelsystem sowie verholzte Stämme mit Dornen.
Abhängig von der Höhe wachsen die Pflanzen in Vegetationsgürteln mit fließenden Übergängen.



In der untersten Region sind Pflanzen der mediterranen Vegetation zu finden wie zum Beispiel:

Feigenkaktus

Die Gestalt dieses Kaktus ist gekennzeichnet, dass die obersten Blätter wie Tennisschläger geformt sind. Er gedeiht bevorzugt auf trockenen Böden. Im fortgeschritten Alter verholzen die Stämme sehr stark. An den dicht mit Stacheln besetzten Blättern wachsen essbare Früchte, die aber erst schmecken wenn Sie dunkelrot sind.
Ein bemerkenswertes Vorkommen findet man unterhalb der Citadelle von Calvi.

Amerikanische Agave

An vielen Orten der Insel findet man dieses Dickblattgewächs mit langen grünen Blättern. Aus der Mitte dieser Rosette wächst ein markanter Blütenstängel, welcher an einen Kandelaber (kunstvoll gestalteter Leuchtenträger) erinnert.

Aloe

Diese Pflanze blüht im April rot oder gelb, hat dickfleischige Blätter und wächst häufig an Straßenrändern.

Zitronatzitronenbäume

Die Früchte dieser Bäume sehen aus wie Zitronen mit einer buckeligen Oberfläche. Sie werden für Backwaren, in der Süßwaren-, Marmeladen- und Alkoholherstellung verwendet.
Kandiert ist die dicke Schale eine wichtige Zutat für Stollen und Lebkuchen.
Eine regionale Spezialität aus den Früchten ist der Likör „Cédratine“.


Allgegenwärtig ist die Macchia, die sich an der Küste und im Inselinneren auf unbebauten Flächen ausbreitet und dabei bis zu 6m hoch werden kann.
Alle Flächen, welche nicht regelmäßig genutzt werden, nimmt dieser undurchdringliche Pflanzenteppich in Besitz.
Im Frühling blüht die Macchia und verbreitet einen markanten Duft, den man weit auf dem Meer schon riechen kann. Im Sommer scheiden die verschiedenen Pflanzenarten ätherische Öle aus, welche leicht brennbar sind.
Darin liegt gleichzeitig eine enorme Gefahrenquelle für die immer wieder auftretenden Waldbrände. Man kann auf abgebrannten Flächen beobachten, dass bereits im nächsten Jahr, die Macchia wieder beginnt zu wachsen.
In alter Zeit diente die Macchia den Widerstandskämpfern, Banditen und Verfolgten als Unterschlupf und auch heute noch kann man als unkundiger sehr schnell die Orientierung verlieren.
Je nach Region setzt sich die Machia zusammen aus:

Zistrose

Sie ist ein dichter Strauch mit dunkelgrünen Blättern und wächst an niedrigen Hängen. Im April und Mai ist sie dicht bedeckt mit weißen Blüten. Die Korsische Zistrose findet man bis in Höhen von ca. 300 m in höheren Lagen bis etwa 1200 m findet man hingegen die salbeiblättrige Zistrose. Eine weitere vorkommende Art ist die Kreta-Zistrose mit rosa und malvefarbigen Blüten.

Dornginster

Ein Grund für die Undurchdringlichkeit der Macchia ist dieser sehr schöne Strauch mit starken Dornen. Seine gelben Blüten duften honigsüß.

Erdbeerbaum

Die glänzenden grünen Blätter erinnern ein wenig an Lorbeer. Von Oktober bis Januar trägt er gleichzeitig weiße Blüten und rote etwa erdbeergroße Früchte. Diese werden zu regionalen Produkten wie Gelee oder Likör verarbeitet – sehr empfehlenswert.

Wacholder

Markant sind die schuppenförmigen Blätter dieses Busches. Seine braunroten Früchte sind die Lieblingsnahrung der Amseln.

Myrthenstrauch

Dieser Strauch kann sehr alt werden und kann dabei einen Stammdurchmesser von 30 cm erreichen. Er trägt lederartige Blätter und blauschwarze Beeren, aus denen ein bekannter Likör hergestellt wird.

Mastrix-Strauch

Er gehört zur gleichen Familie, wie die Pistazien und riecht sehr harzig. Erkennungsmerkmal sind die paarigen Blätter und die kleinen runden schwarzen Beeren.

Weißer Affodill

Er besitzt einen unverzweigten Stängel, weiße Blüten und eine lockere Ähre.

Stechwinde

Diese Kletterpflanze trägt leuchtend rote Früchte, welche Verwendung als Heilmittel finden.

Distel

Im Tarvano-Tal findet man diese bis zu 1 m große Pflanze im Mai in großer Zahl.

Zyklanen

Diese Pflanzen breiten sich vor allem im Frühjahr stark aus. Dabei sind ihre kleinen violetten Blüten ein schöner Farbtupfer fast überall auf Korsika.

In dieser Vegetationszone findet man aber auch Bäume wie:

Steineiche

Bis in eine Höhe von 500 m ist dieser Baum ein Bestandteil der Macchia, ab dieser Höhe bildet er lichte Wälder. In alter Zeit diente der Baum als Brennmaterial und zu Herstellung von Holzkohle – heute fressen vor allen die verwilderten Schweine seine Früchte.

Korkeiche

Diese Bäume stehen häufig in kleinen Gruppen. In Südkorsika sind noch ganze Wälder vorhanden. Die Bäume werden wirtschaftlich genutzt, indem alle paar Jahre die Rinde abgeschält wird. Diese wird dann gepresst und zu verschiedenen Produkten verarbeitet. Man kann zahlreiche Souvenirs aus Kork kaufen.

Eukalyptus

Besonders in sumpfigen Gebieten wächst dieser Baum, der als Heilmittel verwendet wird. Da er dem Boden Wasser entzieht, wird er auch zur Bodensanierung eingesetzt.
Die Stämme können bei älteren Exemplaren einen Durchmesser von mehr als 2 m erreichen.



Die Hochtäler erstrecken sich von 500 bis 1500 m Höhe. In dieser Region findet man auch die Castagniccia (siehe entsprechender Abschnitt). In diese Vegetationszone kommen die meisten Baumarten vor wie:

Edelkastanie

Dieser Baum bedeckt in der Castagniccia ca.15000 und auf der gesamten Insel etwa 31000 ha. Einst als Nahrungsergänzung eingeführt, bilden die Früchte heute die Grundlage für zahlreiche Spezialitäten(siehe entsprechender Abschnitt).

Korsische Steinkiefer

Bis in eine Höhe von etwa 1000 m bildet dieser Baum schöne Wälder. Da sie oft in Mischkultur mit den Zistrosen stehen, sind sie in ihrem Bestand feuergefährdet.

Korsische Schwarzkiefer

An Südhängen wächst sie von 700 bis 1500 m Höhe, an bestimmten Nordhängen sogar bis 1800 m. In der Gegend von Valdo-Niello, Aitone und Vizzavone bilden sie den Hauptbestand der Wälder. Vereinzelt find man im Bestand einzelne Steinkiefern, Edeltannen, oder Zedern.

Buchen

Im Monte San Petrone Massiv in der Höhe von 1000 bis 1500 m bilden sie die dort vorkommenden urwüchsigen Wälder.

Birken

Nur in einer schmalen Zone an der oberen Waldgrenze am Vergio-Pass und an der Nordwand des Monte Cinto findet man Birken in lichtem Bestand.


Im Unterholz ist der korsische Nieswurz und der echte Waldmeister anzutreffen.


In den Korsischen Bergen von 1500 bis 1900 m Höhe entspricht die Ausprägung der Vegetation alpinen Charakter mit:

Korsischer Grünerle

Dieser Baum kommt in den korsischen Bergen an feuchten Stellen sehr häufig vor und bildet dabei oft undurchdringliche Dickichte und wachsen dabei fast nur an Nordhängen, vereinzelt auch an feuchten Südhängen. Von anderen Arten unterscheiden sie sich durch die klebrigen und duftenden Blätter.

Ätna-Berberitze

Gekennzeichnet ist diese Pflanze durch gelbe Blüten und starke Dornen.



An unzugänglichen Stellen, also geschützt vor Wanderern und anderen Leuten, sind Pflanzen sind noch Bestände des Korsischen Veilchen, der Korsischen Akelei und einer endemischen Margeriten-Art.